Ratgeber Tierarztrechnung prüfen

Die GOT-Novelle 2022 — warum Ihre Rechnung höher ist als früher

Zum 22.11.2022 wurde die Gebührenordnung für Tierärzte umfassend überarbeitet. Was das für Tierhalter bedeutet und was sich nicht geändert hat.

8.8.2026 · 3 Minuten Lesezeit

Kurz gefasst

  • Die Gebührenordnung für Tierärzte wurde zum 22.11.2022 grundlegend überarbeitet; die Sätze wurden angehoben und das Leistungsverzeichnis überarbeitet.
  • Die GOT ist eine Rechtsverordnung und verbindlich — ein Tierarzt kann nicht frei kalkulieren.
  • Den einfachen Satz darf er nicht unterschreiten; Rabatte sind ihm nicht erlaubt.
  • Prüfbar ist die Nachvollziehbarkeit der Rechnung, nicht die medizinische Notwendigkeit der Behandlung.

Wer seine Tierarztrechnung von 2021 neben die von heute legt, sieht bei derselben Behandlung einen deutlichen Unterschied. Das hat einen Grund, und er steht in einer Verordnung.

Was passiert ist

Die Gebührenordnung für Tierärzte wurde zum 22.11.2022 grundlegend überarbeitet. Die Sätze wurden angehoben, das Leistungsverzeichnis überarbeitet, und die Regelungen zum Notdienst wurden verändert.

Der Hintergrund ist kein Geheimnis: Die Sätze davor stammten in Teilen aus den Neunzigern und deckten die Kosten moderner Tiermedizin nicht mehr. Die Novelle sollte das korrigieren.

Für Sie als Tierhalter heißt das: Vergleiche mit früheren Rechnungen führen in die Irre, und Ratgeber aus der Zeit davor nennen falsche Zahlen.

Was sich nicht geändert hat

Die GOT ist verbindlich. Sie ist eine Rechtsverordnung, keine Empfehlung. Ein Tierarzt kann nicht frei kalkulieren wie ein Handwerker.

Die Struktur. Die Verordnung nennt zu jeder Leistung einen Gebührensatz. Innerhalb eines Rahmens kann der Tierarzt diesen Satz erhöhen, wenn der Einzelfall es trägt.

Der Anspruch auf Nachvollziehbarkeit. Eine Rechnung, aus der nicht hervorgeht, welche Leistung mit welchem Satz berechnet wurde, können Sie nicht prüfen. Das ist unabhängig von der Höhe der Sätze.

Was Sie prüfen können, ohne die Verordnung zu kennen

Vier Dinge, für die Sie keine Gebührentabelle brauchen:

1. Sind die Leistungen einzeln benannt? „Behandlung" oder „Praxisleistung" als Sammelposition macht die Rechnung unprüfbar.

2. Steht zu jeder Position ein Datum? Bei mehreren Terminen ist das die Grundlage für alles Weitere.

3. Ist erkennbar, mit welchem Satz gerechnet wurde? Viele Rechnungen weisen den Faktor aus. Fehlt er durchgehend, ist das eine Nachfrage.

4. Stimmt die Addition? Einzelpositionen zusammenrechnen und mit der Endsumme vergleichen. Klingt banal, findet aber Fehler.

Was Sie nicht erwarten sollten

Die GOT macht die Behandlung nicht verhandelbar. Ein Tierarzt darf den einfachen Satz nicht unterschreiten; Rabatte sind ihm nicht erlaubt. Eine Rechnung „zu drücken" ist deshalb der falsche Ansatz.

Was geht: nachvollziehen, was berechnet wurde, und fragen, wo es nicht nachvollziehbar ist.

Der Ton macht hier mehr aus als sonst

Auf der anderen Seite steht jemand, der Ihr Tier behandelt hat, oft nachts. Wenn Sie in derselben Praxis bleiben wollen, und das wollen die meisten, ist die Form der Nachfrage entscheidend.

„Bitte erläutern Sie mir Position 4" ist eine Frage. „Das ist zu teuer" ist ein Vorwurf, und er trifft jemanden, der die Preise nicht selbst festlegt.

Wenn die Rechnung Sie überfordert

Das ist kein seltener Fall. Eine Operation mit Nachsorge produziert schnell vierzig Positionen über mehrere Termine.

Zwei Dinge helfen: eine Aufschlüsselung anfordern und die Rechnung in Ruhe durchgehen, statt sie im Wartezimmer zu überfliegen. Wenn die Summe Sie in Zahlungsschwierigkeiten bringt, sprechen Sie die Praxis darauf an — Ratenzahlung ist üblicher, als viele denken.

In der Prüfung

Unser Prüfkatalog arbeitet die Punkte oben ab und einige mehr. Er prüft die Nachvollziehbarkeit, nicht die medizinische Notwendigkeit — ob eine Behandlung nötig war, kann niemand beurteilen, der das Tier nicht gesehen hat.

Wichtig zur Einordnung: Die Zahlen unseres Katalogs sind vor dem Livegang gegen den geltenden Verordnungstext zu stellen. Bis dahin prüft der Bericht vor allem, ob die Rechnung nachvollziehbar aufgebaut ist.

Die Vorschau ist kostenlos.

Im Text genannte Grundlagen

GOT

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Dieser Bericht ist eine technische Plausibilitätsprüfung eines hochgeladenen Dokuments anhand eines veröffentlichten Prüfkatalogs. Er ist keine Rechts-, Steuer- oder Fachberatung und kein Sachverständigengutachten. Die Feststellungen beruhen ausschließlich auf dem, was im hochgeladenen Dokument lesbar war, sowie auf den Angaben, die Sie selbst gemacht haben.