Ratgeber Gartenbauangebot prüfen

Flächen, laufende Meter, Einheitspreise

Wie Sie die angesetzten Mengen selbst nachmessen, warum Randsteine in laufenden Metern stehen und was ein Einheitspreis enthalten muss.

4.8.2026 · 2 Minuten Lesezeit

Kurz gefasst

  • Zu jeder Position gehören Menge, Einheit und Einheitspreis — eine Pauschale ohne Mengengerüst ist nicht vergleichbar.
  • Flächen werden in Quadratmetern gerechnet, Einfassungen und Randsteine in laufenden Metern.
  • Messen Sie die Hauptflächen selbst nach; Abweichungen über fünf Prozent sind eine Frage wert.
  • § 632 Abs. 2 BGB führt ohne Preisvereinbarung zur üblichen Vergütung — und was üblich ist, ist genau der Streitpunkt.

Zwei Angebote für dieselbe Einfahrt: 11.200 und 16.900 Euro. Beide rechnen mit Quadratmetern, und die angesetzten Quadratmeter unterscheiden sich um 40.

Die drei Einheiten

Quadratmeter für Flächen: Pflaster, Platten, Rasen, Kiesflächen.

Laufende Meter für alles Lineare: Randsteine, Rasenkanten, Einfassungen, Drainageleitungen, Mauerabdeckungen.

Kubikmeter für Massen: Aushub, Frostschutzmaterial, Boden, Mutterboden.

Wenn in einem Angebot Randsteine in Quadratmetern stehen oder Aushub in Quadratmetern, ist entweder die Einheit falsch oder die Position unsauber gefasst. Beides ist eine Frage.

Selbst nachmessen

Nehmen Sie einen Zollstock oder ein Bandmaß und messen Sie die Hauptflächen. Zerlegen Sie unregelmäßige Bereiche in Rechtecke und Dreiecke.

Sie brauchen keine Genauigkeit auf den Quadratmeter. Sie brauchen die Größenordnung, um zu erkennen, ob ein Angebot mit 118 Quadratmetern arbeitet und ein anderes mit 156 — bei derselben Fläche.

Denselben Test machen Sie bei den laufenden Metern: die Länge der Einfassung einmal am Plan abgefahren, und Sie wissen, ob 62 Meter plausibel sind.

Was ein Einheitspreis enthält

Er deckt die Herstellung der Position ab: Material, Lohn, Geräteeinsatz, Verschnitt und die Nebenarbeiten, die zu dieser Position gehören.

Was nicht dazugehört, muss als eigene Position erscheinen — sonst taucht es als Nachtrag auf. Die üblichen Kandidaten:

  • Zuschnitt an Rändern, Bögen und Einbauten
  • Anarbeiten an Schächte, Schieber und Hausanschlüsse
  • Höhenanpassung von Schachtdeckeln
  • Verdichten und Abrütteln
  • Reinigung der fertigen Fläche

Beim Zuschnitt lohnt genaues Hinsehen. Eine runde Fläche mit vielen Einbauten erzeugt erheblich mehr Schneidarbeit als ein Rechteck, und ob der Einheitspreis das enthält, ist die Frage, die den Unterschied zwischen zwei Angeboten erklärt.

Wenn kein Preis vereinbart wurde

Der Fall kommt vor: Arbeiten werden während der Ausführung dazugenommen, und über den Preis spricht niemand.

§ 632 Abs. 2 BGB regelt das: Ist die Höhe der Vergütung nicht bestimmt, so ist bei Bestehen einer Taxe die taxmäßige Vergütung, sonst die übliche Vergütung als vereinbart anzusehen.

Das klingt beruhigend und ist es nicht. Was üblich ist, ist genau die Frage, über die sich streiten lässt — und in der Diskussion sitzt die Seite besser, die die Preise kennt.

Deshalb: Zusatzarbeiten vor der Ausführung mit Preis bestätigen lassen. Eine Nachricht genügt.

Der Vergleich zweier Angebote

Legen Sie nicht die Summen nebeneinander, sondern die Einheitspreise je Position. Sie werden regelmäßig feststellen, dass die Preise dicht beieinanderliegen und die Mengen weit auseinander.

Das ist die eigentliche Erkenntnis: Der Unterschied zwischen zwei Gartenbauangeboten ist meistens keine Preisfrage, sondern eine Frage der Mengenannahme und des Leistungsumfangs.

Die Nachfrage

zum Angebot vom … bitte ich um eine Aufstellung mit Menge, Einheit und Einheitspreis für jede Position. Zudem bitte ich um Angabe, ob Zuschnitt, Anarbeiten an Einbauten, Höhenanpassungen und die Endreinigung in den Einheitspreisen enthalten sind oder gesondert berechnet werden.

Zwei Fragen. Die zweite ist die, deren Antwort im Angebot fehlt und in der Schlussrechnung steht.

Im Text genannte Grundlagen

§ 632 Abs. 2 BGB

Gartenbauangebot prüfen

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Angebot für Garten- oder Pflasterarbeiten prüfen

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