Die Abdichtung unter den Fliesen
Die Position, die in günstigen Angeboten fehlt und deren Nacharbeit das ganze Bad kostet. Woran Sie erkennen, ob sie enthalten ist.
5.8.2026 · 2 Minuten Lesezeit
Kurz gefasst
- Die Abdichtung liegt unter den Fliesen und ist nach dem Verfliesen nicht mehr nachrüstbar.
- Sie besteht aus zwei Teilen: der Flächenabdichtung und den Dichtbändern an Ecken, Anschlüssen und Durchdringungen.
- Fehlt sie im Angebot, fehlt sie meist auch in der Ausführung — und die Nacharbeit bedeutet, das Bad noch einmal abzubrechen.
- Verlangen Sie Fläche, Produkt und die ausdrückliche Nennung der Dichtbänder.
Von allen Positionen eines Badangebots ist diese die einzige, die man nach Abschluss der Arbeiten nicht mehr sehen und nicht mehr nachrüsten kann, ohne alles wieder aufzureißen.
Was sie ist
Zwischen Untergrund und Fliesen liegt eine wasserführende Ebene. Sie soll verhindern, dass Feuchtigkeit, die durch Fugen und Silikon geht, in Estrich und Wand wandert.
Sie besteht aus zwei Teilen, und der zweite ist der, der fehlt:
Die Flächenabdichtung. Eine Dichtschlämme oder Flüssigfolie, aufgetragen auf Boden und Wandflächen im Spritzwasserbereich.
Die Details. Dichtbänder in Ecken und an Wandanschlüssen, Manschetten an jeder Rohrdurchführung und an Ablaufkörpern. Genau dort dringt Wasser ein, nicht in der Fläche.
Eine Abdichtung ohne Bänder und Manschetten ist wie ein Dach ohne Anschlüsse an den Schornstein.
Woran Sie sie im Angebot erkennen
Es gibt nur eine belastbare Form: eine eigene Position mit Fläche in Quadratmetern und einem Produktnamen, dazu die ausdrückliche Nennung von Dichtbändern und Manschetten.
Der Grund steht in § 633 Abs. 2 BGB: Frei von Sachmängeln ist ein Werk, wenn es die vereinbarte Beschaffenheit hat. Was nicht vereinbart ist, lässt sich später schwer verlangen — und bei der Abdichtung heißt später: nach dem Abriss.
Was nicht genügt:
- „Fliesenarbeiten einschließlich aller Vorarbeiten"
- „Untergrundvorbereitung"
- „fachgerechte Ausführung nach anerkannten Regeln der Technik"
Der dritte klingt am besten und sagt am wenigsten. Er beschreibt einen Maßstab, keine Leistung — und er steht in jedem Angebot, auch in denen ohne Abdichtung.
Warum sie in günstigen Angeboten fehlt
Nicht aus Nachlässigkeit, sondern weil sie Geld kostet, das man nicht sieht. Bei einem 8-Quadratmeter-Bad geht es je nach Umfang um mehrere hundert bis über tausend Euro einschließlich Arbeitszeit.
Wer zwei Angebote vergleicht und beim günstigeren nicht nach der Abdichtung fragt, vergleicht zwei verschiedene Bäder.
Die bodengleiche Dusche
Sie ist der Fall, in dem die Abdichtung am meisten leistet und am aufwendigsten ist. Ohne erhöhten Rand steht das Wasser auf der abgedichteten Fläche, und jede Durchdringung — Ablauf, Armaturenanschluss — ist eine potenzielle Stelle.
Wenn Ihr Angebot eine bodengleiche Dusche vorsieht, gehört die Abdichtung als eigene Position mit Detailangaben hinein. Wenn sie das nicht tut, ist das Ihre erste Frage, vor allen anderen.
Die Nachfrage
das Angebot vom … enthält keine gesonderte Position für die Abdichtung im Verbund. Bitte teilen Sie mir mit, ob eine Abdichtung unter den Fliesen vorgesehen ist, welche Fläche sie umfasst, welches Produkt verwendet wird und ob Dichtbänder in den Ecken sowie Manschetten an den Rohrdurchführungen und am Ablauf enthalten sind.
Vier Angaben in einem Satz. Ein Betrieb, der die Abdichtung eingeplant hat, beantwortet das in zwei Zeilen.
Was Sie sich davon aufheben
Die Antwort. Legen Sie sie zu den Unterlagen des Bades, zusammen mit Fotos vom Bauzustand vor dem Verfliesen.
Diese Fotos sind das einzige Beweismittel, das später existiert. Machen Sie sie, auch wenn alles gut aussieht — besonders dann.
Im Text genannte Grundlagen
§ 633 Abs. 2 BGB