Dämmung — Material, Stärke, Dämmwert
Der größte Einzelposten nach der Eindeckung, und der mit den meisten offenen Angaben. Was ins Angebot gehört.
1.8.2026 · 3 Minuten Lesezeit
Kurz gefasst
- Vier Angaben machen eine Dämmposition prüfbar: Material, Stärke in Zentimetern, Wärmeleitstufe und die Bauart der Dämmung.
- Zwischen Aufsparren-, Zwischensparren- und Untersparrendämmung liegen erhebliche Preis- und Konstruktionsunterschiede.
- Zur Dämmung gehören Dampfbremse und Luftdichtheit; ohne sie funktioniert die Konstruktion nicht wie geplant.
- Ob und in welchem Umfang das Gebäudeenergiegesetz Anforderungen stellt, hängt vom Umfang der Maßnahme ab und gehört vorher geklärt.
Zwei Angebote, beide mit Dämmung. Das eine schreibt „Dämmung nach GEG", das andere „Zwischensparrendämmung Mineralwolle 200 mm, WLS 035, Dampfbremse mit Verklebung aller Stöße und Anschlüsse". Der Preisunterschied beträgt 4.800 Euro, und der Grund steht in der zweiten Zeile.
Die vier Angaben
Das Material. Mineralwolle, Holzfaser, Polyurethan, EPS. Sie unterscheiden sich in Preis, Dämmwirkung je Zentimeter, Brandverhalten und Feuchteverhalten.
Die Stärke in Zentimetern. Die Zahl, die jeder erwartet und die trotzdem oft fehlt.
Die Wärmeleitstufe. Angegeben als WLS oder WLG mit einer dreistelligen Zahl. Je kleiner, desto besser die Dämmwirkung je Zentimeter. 032 und 040 sind bei gleicher Stärke deutlich verschiedene Konstruktionen — und verschieden teuer.
Die Bauart. Auf, zwischen oder unter den Sparren, oder eine Kombination.
Ohne diese vier ist die Position weder vergleichbar noch nachrechenbar. Ein Verweis auf das Gebäudeenergiegesetz ersetzt sie nicht: Er nennt einen Maßstab, keine Ausführung.
Die drei Bauarten
Aufsparrendämmung. Eine durchgehende Dämmebene über den Sparren. Bauphysikalisch die sauberste Lösung, weil die Sparren keine Wärmebrücke bilden. Sie hebt die Dachfläche an, was Anschlüsse an Gauben, Traufe und Ortgang verändert — und sie ist die teuerste Variante.
Zwischensparrendämmung. Zwischen den Sparren. Nutzt vorhandene Höhe, ist günstiger, und die Sparren bleiben als Wärmebrücke. Bei geringer Sparrenhöhe reicht der Platz für hohe Dämmstärken nicht.
Untersparrendämmung. Eine zusätzliche Ebene unter den Sparren, meist ergänzend. Kostet Raumhöhe und verlangt eine sorgfältige Planung der dichten Ebene.
Welche zu Ihrem Dach passt, ist eine fachliche Entscheidung. Dass das Angebot sagt, welche es meint, ist keine.
Was zur Dämmung gehört und getrennt fehlt
Die Dampfbremse. Sie verhindert, dass warme Raumluft mit ihrer Feuchtigkeit in die Konstruktion gelangt.
Die Verklebung. Stöße, Anschlüsse an Wände, Durchdringungen für Leitungen und Fenster. Hier entscheidet sich, ob die Ebene dicht ist — nicht in der Fläche.
Die Unterdeckbahn auf der Außenseite, mit ihrer eigenen Anforderung.
Ein Angebot, das die Dämmung nennt und die Dampfbremse nicht, beschreibt eine halbe Konstruktion. Und eine gedämmte Konstruktion ohne dichte Ebene ist bauphysikalisch schlechter als gar keine Dämmung, weil Feuchtigkeit dort ankommt, wo sie nicht mehr trocknen kann.
Die energetische Frage
Ob und in welchem Umfang bei Ihrer Maßnahme Anforderungen des Gebäudeenergiegesetzes greifen, hängt vom Umfang ab: Eine reine Neueindeckung wird anders behandelt als eine Sanierung, die die Dämmebene erneuert.
Das ist eine Frage, die vor der Beauftragung geklärt gehört, und zwar nicht von Ihnen. Fragen Sie den Anbieter, von welcher Anforderung er ausgeht und worauf er das stützt. Ein Betrieb, der regelmäßig Dächer saniert, beantwortet das in zwei Sätzen.
Die Nachfrage
zum Angebot vom … bitte ich um folgende Angaben zur Dämmung: Material, Stärke in Zentimetern, Wärmeleitstufe und Bauart. Zudem bitte ich um Mitteilung, ob Dampfbremse einschließlich Verklebung aller Stöße, Anschlüsse und Durchdringungen enthalten ist, und von welchen Anforderungen des Gebäudeenergiegesetzes Sie bei dieser Maßnahme ausgehen.
Sechs Angaben. Sie machen aus der zweitgrößten Position des Angebots eine, die sich mit einer zweiten vergleichen lässt.
Der Zusammenhang mit dem Geld
Die Dämmung ist der Teil der Sanierung, der eine steuerliche Förderung auslösen kann — und der einzige, bei dem sich die Frage stellt, welcher der beiden möglichen Wege günstiger ist. Dazu steht mehr im Beitrag über die steuerliche Seite.
Im Text genannte Grundlagen
GEG